Folge 7 | 17.12.2025
Innere Strenge verstehen: Warum Selbstdisziplin krank macht - ohne dass du es merkst
Viele Menschen glauben, sie seien gestresst, weil ihr Leben zu viel verlangt.
In Wahrheit entsteht der Druck oft durch etwas viel Unsichtbareres: innere Strenge.
In dieser Folge des DeepHeart Talk spreche ich darüber, warum ständige Selbstkritik und innere Antreiber dein Nervensystem dauerhaft unter Stress setzen – auch dann, wenn du „eigentlich alles richtig machst“.
Du erfährst in dieser Episode:
- Weshalb Selbstdisziplin und Kontrolle oft das Gegenteil von Heilung bewirken
- Wie innere Strenge entsteht und warum sie kein Charakterzug ist
- Wie „falsche“ Gedanken dein Nervensystem im Überlebensmodus halten
Wir sprechen darüber, warum innere Arbeit nichts mit Selbstoptimierung zu tun hat – sondern damit, aufzuhören, dich ständig innerlich zu kontrollieren.
Diese Folge ist für dich, wenn du:
- dich häufig innerlich unter Druck setzt
- das Gefühl hast, nie genug zu tun oder zu sein
- müde bist vom ständigen Funktionieren
- wissen willst, wie echte innere Ruhe entsteht
Mein Geschenk an dich:
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Transkript
(00:01)
Willkommen zum DeepHeart Talk, deinem Podcast für mehr innere Ruhe und Balance im Leben. Hi, ich bin Lisa, zertifizierte Meditationslehrerin, und nehme dich hier mit auf meine Reise. Dich erwarten praktische Impulse, liebevolle Reminder und spannende Interviews, die dir helfen können, dich selbst besser zu verstehen und dein Leben bewusster zu gestalten.
(00:21)
Heute möchte ich über etwas sprechen, das viele Menschen für Disziplin, Stärke oder Selbstoptimierung halten, das in Wahrheit aber enorm viel Stress in deinem Körper erzeugt. Es geht um deine innere Strenge.
(00:42)
Vielleicht kennst du Gedanken wie: Ich müsste doch schon viel weiter sein. Ich müsste doch zufriedener sein bei all dem, was ich tue. Ich mache doch schon so viel — warum fühle ich mich trotzdem ständig angespannt, müde und innerlich unter Druck, obwohl ich so viel für mich tue, mich entspanne, lese und auf meinen Körper achte?
(01:04)
Und genau hier beginnt das eigentliche Thema dieser Folge. Warum sind so viele Menschen gestresst, obwohl sie scheinbar alles richtig machen?
(01:26)
Wir leben heute meist nicht mehr im äußeren Überlebenskampf. Wir müssen nicht darum kämpfen, ob wir genug zu essen haben oder ob wir einer realen Lebensgefahr ausgesetzt sind. Und trotzdem ist unser Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand.
(01:51)
Nicht, weil etwas real Gefährliches passiert, sondern weil unser Verstand ununterbrochen arbeitet. Gedanken wie: Das reicht noch nicht. Ich muss schneller sein. Das darf nicht so lange dauern. Ich muss funktionieren. So darf ich mich nicht fühlen.
(02:24)
Im ersten Moment wirken diese Gedanken harmlos. Man denkt: Die treiben mich an. Dadurch werde ich besser, schneller, erfolgreicher. Und weil scheinbar alle so denken, erscheint es normal.
(02:50)
In Wahrheit halten diese Gedanken dein gesamtes System in permanenter Anspannung. Dein Körper kann nicht unterscheiden, ob der Stress real ist oder gedanklich erzeugt. Für dein Nervensystem ist Gedankenstress echter Stress.
(03:02)
Der Verstand übernimmt dabei schnell die Kontrolle. Er ist ein großartiges Werkzeug, aber kein guter Anführer. Er kommentiert, bewertet, vergleicht — pausenlos. Und viele Menschen glauben ihre Gedanken, als wären sie Tatsachen. Genau hier beginnt Leid.
(03:26)
Der Verstand ist nicht das Problem. Das Problem entsteht erst, wenn wir ihm alles glauben. Nur weil du etwas denkst, muss es nicht wahr sein. Und nur weil viele Menschen es denken, ist es ebenfalls nicht wahr.
(03:57)
Gedanken sind oft nichts anderes als mentales Rauschen, Konditionierungen oder alte Überzeugungen, die aus vergangenen Erfahrungen oder gesellschaftlichen Erwartungen entstanden sind. Ein Gedanke wird erst mächtig, wenn du ihm Glauben schenkst.
(04:28)
Wenn du beginnst, Gedanken zu hinterfragen, entsteht Abstand. Du erkennst: Das ist ein Gedanke. Ich kann ihm glauben — oder auch nicht. Jeder einzelne Gedanke kann, egal ob positiv oder negativ, zu einem Kraftwerk werden, wenn du ihn für wahr hältst.
(04:50)
Dann entsteht ein Kreislauf: Gedanke, Gefühl, weitere Gedanken, stärkere Gefühle. Beispiel: Ich kann nicht abnehmen.Daraus entsteht das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Dann kommen Vergleiche, familiäre Geschichten, alte Glaubenssätze — und der Kreislauf verstärkt sich.
(05:35)
Dein Nervensystem bleibt dadurch aktiviert, dein Körper kann nicht regulieren. Nicht, weil er nicht will, sondern weil du ihm durch deine Überzeugungen signalisierst, dass Veränderung gar nicht möglich ist.
(05:55)
Aus diesem inneren Kampf entsteht innere Strenge — und daraus emotionale Erschöpfung. Wir kämpfen permanent gegen Gedanken und Gefühle an. Und ja, das ist hart, aber wahr: Wir leiden, weil wir unseren negativen Gedanken glauben.
(06:17)
Die entscheidende Frage ist also: Wie kannst du aufhören, deinen Gedanken blind zu glauben — und wie kannst du wieder liebevoller mit dir sein, ohne dich selbst zu kontrollieren oder zu optimieren?
(06:44)
Ein zentraler Schlüssel ist Erlaubnis. Ich selbst hatte lange Schwierigkeiten, mir zu erlauben, müde zu sein. In einer Welt, in der wir ständig funktionieren sollen, habe ich mir Müdigkeit verboten.
(07:14)
Natürlich gibt es Mittel dagegen — Kaffee, andere Substanzen. Aber sie verstärken den Kreislauf. Das Nervensystem bleibt unter Druck. Der erste Schritt ist, dir zu erlauben, müde zu sein. Dir zu erlauben, nicht zu funktionieren. Raum zu lassen für Nichtwissen.
(07:49)
Jedes Mal, wenn du dich innerlich dagegen stellst — Reiß dich zusammen, dafür ist keine Zeit — geht dein Nervensystem wieder in den Überlebensmodus. Das kostet dich täglich Energie.
(08:27)
In diesem Zustand ist Heilung, Kreativität oder Veränderung kaum möglich. Deine gesamte Energie wird dafür verwendet, überhaupt durchzuhalten.
(08:49)
Um dein Nervensystem zu regulieren, braucht es Bewusstsein. Zu erkennen: Das ist ein Gedanke. Will ich ihm glauben?Statt ihn automatisch für wahr zu halten.
(09:21)
Dieser Wandel geschieht nicht durch noch mehr Druck oder Strenge, sondern durch innere Sanftheit. Das bedeutet nicht, den Verstand auszuschalten. Es bedeutet, ihn bewusst zu nutzen — statt sich von ihm beherrschen zu lassen.
(09:44)
Du darfst Gedanken kommen und gehen lassen, ohne sie zu bewerten oder ihnen sofort zu folgen. Du musst sie nicht kontrollieren oder auslöschen. Du darfst ihnen einfach nicht alles glauben.
(10:02)
Mit der Zeit wird der Verstand leiser. Die Stimmen, die dir einreden, dass du zu spät, zu langsam oder nicht gut genug bist, verlieren an Macht, weil du ihnen keinen Glauben mehr schenkst.
(10:36)
Dadurch entsteht Raum. Raum für neue Gedanken, die du bewusst wählen kannst. Gedanken, die dich unterstützen statt blockieren.
(10:57)
Wir denken täglich tausende Gedanken. Sie alle kontrollieren zu wollen ist unmöglich. Aber du kannst lernen, sie zu beobachten — zum Beispiel in der Meditation.
(11:28)
In der Stille bemerkst du: Ah, da ist ein Gedanke, den ich gerade glaube. Dieses Bewusstsein überträgt sich mit der Zeit auf deinen Alltag.
(11:53)
Nach der Meditation ist das Thema nicht abgeschlossen. Aber es fällt dir leichter, Gedanken im Alltag zu erkennen und dich neu auszurichten.
(12:20)
Wenn du spürst, dass deine innere Strenge dich erschöpft und dein Kopf nie zur Ruhe kommt, findest du auf meiner Website Meditationen, die dich dabei unterstützen, aus dem Denken zurück ins Spüren zu kommen. Den Link findest du in den Shownotes.
(12:44)
Vielleicht nimmst du aus dieser Folge eine Sache mit:
Du musst nicht härter mit dir sein, um zu heilen.
Du darfst weicher werden.
(12:58)
Schön, dass du da bist. Ich freue mich auf die nächste Folge. Bis bald.
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