Folge 4 | 13.12.2025
Wie du dein wahres Ich findest – spannendes Interview mit Christine Tietz (systemische Coach)
Wie findest du zu deinem wahren Ich – und was hält dich davon ab?
In dieser DeepHeart Talk Episode spreche ich mit der systemischen Coach Christine Tietz darüber, wie Bewusstsein entsteht, wie wir uns selbst wieder begegnen können und warum viele Menschen unbewusst an ihren eigenen Blockaden festhalten.
Diese Folge ist ideal, wenn du auf der Suche nach mehr innerer Ruhe, Balance, Selbsterkenntnis und einem bewusst gestalteten Leben bist.
In dieser Folge erfährst du:
– welche eine Routine Christine täglich stärkt – ohne die sie nicht mehr leben will
– was dich davon abhält, dein wahres Ich zu leben
– welche Erfahrungen Christines Leben am stärksten verändert haben
– warum wir gelernt haben, uns selbst zu übergehen – und wie wir wieder zurückfinden
– was dir sofort Klarheit und Ruhe bringt
Christines Buch und Film Tipp: Die Möwe Jonathan
Hier kannst du Christine besser kennen lernen:
Website: https://tietz-coaching.com/
Wenn dir diese spezielle Podcastfolge gefallen hat, lass gerne ein Like da und teile sie mit Menschen, die ihr wahres Ich finden möchten.
Mein Geschenk an dich:
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Transkript
(00:06)
Willkommen zum DeepHeart Talk, deinem Podcast für mehr innere Ruhe und Balance im Leben. Hi, ich bin Lisa, zertifizierte Meditationslehrerin, und nehme dich hier mit auf meine Reise. Dich erwarten praktische Impulse, liebevolle Reminder und spannende Interviews, die dir helfen können, dich selbst bewusster zu verstehen und dein Leben zu gestalten.
(00:25)
Heute habe ich einen Gast bei mir: Christine. Herzlich willkommen, schön, dass du da bist.
Danke für die Einladung, liebe Lisa.
Ich kenne dich ja, aber unsere Zuhörer noch nicht. Stell dich gerne vor: Wer bist du, was machst du und vor allem interessiert unsere Zuhörer, was uns beide miteinander verbindet.
(00:45)
Ja, wer bin ich? Ich bin Christine, ich liebe es, Christel genannt zu werden. Ich lebe seit drei Jahren hier auf Zypern und bin seit 31 Jahren Trainerin und Coach. Uns beide verbindet, dass wir sehr ähnlich denken, dass uns persönliche Entwicklung extrem wichtig ist und dass ich dich auf dieser Reise begleiten durfte.
(01:23)
Ja, genau. Gerade weil wir hier viel darüber sprechen, das eigene Leben bewusst zu gestalten, hast du mir besonders in der letzten Zeit sehr geholfen, mein Leben bewusster zu betrachten. Deshalb habe ich jetzt eine Frage an dich: Welche Erfahrung oder welcher Moment hat in deinem Leben die größte Veränderung angestoßen? Vielleicht ein Buch, eine Begegnung oder ein bestimmtes Ereignis?
(01:55)
Ja, da gab es tatsächlich etwas: Die Möwe Jonathan. Erst der Film, später auch das Buch und die Musik dazu. Jonathan verkörpert ein Wesen, das sich auf den Weg macht, nicht mit dem Schwarm mitzuschwimmen, sondern mehr aus dem Leben zu machen.
(02:25)
Ich habe den Film gesehen, da war ich knapp 18. Ich war zum ersten und einzigen Mal alleine im Kino. Der Film hat mich tief berührt und begleitet mich seitdem. Er ist auch in meinem Logo. Die Möwe Jonathan.
(02:50)
Ja, spannend. Das können wir in die Shownotes packen, vielleicht ist das für den einen oder anderen auch inspirierend.
Und auf unserer Reise zu unserem wahren Ich begegnen wir uns ja immer selbst. Gibt es etwas, das du früher geglaubt hast und heute komplett anders siehst? Glaubenssätze, die du ablegen musstest, um deinem wahren Ich näherzukommen?
(03:12)
Oh ja, da gab es einiges. Ich habe geglaubt, ich sei zu schnell für die Menschen um mich herum und müsse langsamer sein. Das war ein permanentes Ausbremsen. Ich habe sehr lange geglaubt, ich sei nicht gut genug und müsse noch mehr lernen, noch besser werden. Und ich dachte, ich dürfe mich selbst nicht in den Vordergrund stellen. Erst die anderen, dann ich. Das waren meine Grundthemen.
(03:41)
Gab es irgendwann einen Moment, in dem du völlig ehrlich zu dir selbst werden musstest?
(03:49)
Ja. Das war nach 16 Jahren Angestelltsein, als ich mir eingestanden habe: Das kann es nicht mehr sein. Ich war müde, es hat mich genervt, zur Arbeit zu gehen. Ich hatte keine Lust mehr. Ich hatte so viele Ideen im Kopf und habe erkannt: Es liegt an mir, ob ich sie umsetze oder nicht.
(04:13)
Spannend. Meine nächste Frage zielt darauf ab, welche Rolle Bewusstsein heute in deinem Alltag spielt. Das hat sich damals ja schon gezeigt, denn wenn man sich selbst nicht bewusst ist, stellt man sich diese Fragen gar nicht: Was ist noch möglich? Was kann ich in diese Welt bringen? Welche Rolle spielt Bewusstsein heute in deinem Alltag?
(04:43)
Bewusstsein ist meine seitdem wachsende Basis. Bewusstsein ist nichts Statisches, es entwickelt sich. Für mich bedeutet es, immer wieder bewusst innezuhalten und zu prüfen: Bin ich gerade da, wo ich sein möchte? Denke ich das, was ich denken will? Oder weiche ich etwas aus, das eigentlich gerade ansteht?
(05:28)
Bewusstsein ist für mich extrem wichtig. Auch im Coaching vermittle ich genau das: sich selbst bewusst zu werden. Was mache ich gerade, wofür mache ich es? Genau in diesem Moment. Nicht später, nicht gleich — jetzt.
(05:55)
Immer wieder sich selbst zurückholen.
(06:00)
Was glaubst du, ist die größte Blockade, die die meisten Menschen davon abhält, ihrem wahren Ich näherzukommen?
(06:08)
Das sind alte Muster. Muster aus der Herkunftsfamilie, von unseren Ahnen oder auch aus früheren Prägungen. Es ist selten der Moment selbst, sondern dieses Gefangensein in alten Verstrickungen. Dafür überhaupt erst Bewusstsein zu entwickeln, ist der erste Schritt.
(06:29)
Wo glaubst du, haben wir gelernt, uns selbst zu übergehen? Und wie kommen wir wieder zu uns zurück?
(06:40)
Die meisten von uns haben in der Kindheit gelernt: Nimm dich nicht so wichtig. Hilf zuerst den anderen. Eigenlob stinkt. Wir haben nicht gelernt, auf uns selbst zu schauen und zu erkennen, wie wunderbar wir sind — und dass andere genauso wunderbar sein dürfen.
(07:07)
Es ging viel um Mangel und darum, sich nicht nach vorne zu stellen. Das ist auch kulturell stark geprägt, besonders in unserer christlich geprägten Welt. Es heißt zwar „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, aber dass man sich selbst lieben muss, wird selten wirklich gelebt.
(07:38)
Auch hier führt der Weg wieder über Bewusstsein.
(07:59)
Ich fliege öfter von Zypern nach Deutschland, und jedes Mal ist es für mich ein „Hallo wach“, wenn die Stewardess sagt: Safety first — setz dir zuerst selbst die Maske auf. Nur dann kannst du anderen helfen. Wenn du ohnmächtig bist, geht gar nichts.
(08:26)
Und dafür brauchen wir auch Routinen. Bewusstsein allein reicht nicht, wir brauchen Rituale im Alltag. Welche Routinen unterstützen dich dabei, bei dir zu bleiben?
(08:59)
Meditation gehört seit mindestens 25 Jahren zu meinem Leben. Morgens starte ich mit Meditation, abends meditiere ich vor dem Einschlafen. Tagsüber habe ich feste Momente, in denen ich bewusst überprüfe: Bin ich gerade da, wo ich sein will?
(09:28)
Dazu kommen Visualisierungen, Ziele klar setzen und innerlich ausrichten.
(09:40)
Läuft das inzwischen intuitiv ab oder merkst du es sofort, wenn du es nicht machst?
(10:11)
Normalerweise läuft es automatisch, weil es Gewohnheit ist. Aufstehen, etwas überziehen, meditieren, dann ins Bad — ganz selbstverständlich. Wenn es mal nicht klappt, merke ich das den ganzen Tag: Ich bin unruhiger, weniger entspannt. Es ist ein richtiges körperliches Bedürfnis.
(10:38)
Was bedeutet innere Balance für dich persönlich?
(10:45)
Innere Balance ist das Fundament meines Lebens. Wenn ich bei mir bin, kann im Außen passieren, was will — es erschüttert mich nicht so leicht. Und es ist meine Garantie für gute Coaching-Arbeit. Wie soll ich andere begleiten, wenn ich innerlich aufgewühlt bin?
(11:34)
Ich erinnere mich an einen Satz von dir: Als Coach ist es meine Pflicht, mich selbst zu lieben. Und eigentlich gilt das nicht nur für Coaches, sondern für jeden Menschen.
(11:54)
Absolut. Wenn du dich nicht liebst, bist du im Mangel. Und Mangel spüren andere. Dann holst du dir etwas von Klienten, was nicht in Ordnung ist. Sie kommen zu dir, um an ihren Themen zu arbeiten, nicht um deine Leere zu füllen.
(12:19)
Wenn du gut bei dir bist, kannst du Gedanken wahrnehmen, sie notieren und später anschauen. Aber im Coaching selbst darfst du nichts brauchen. Sonst ist es Missbrauch.
(13:14)
Für meine Leere bin ich selbst verantwortlich.
(13:20)
Zum Abschluss: Hast du einen einfachen Tipp, der sofort mehr innere Ruhe bringt?
(13:29)
Ja. Eine Minute einstellen, Augen schließen, Füße auf dem Boden spüren, Kontakt zum Stuhl wahrnehmen und einfach beobachten, wie lang diese Minute ist. Mehrmals am Tag. Das wirkt erstaunlich beruhigend.
(14:09)
Und diese Minute findet man immer — notfalls auf der Toilette. Einfach innehalten: Wo bin ich gerade? Was mache ich gerade?
(14:33)
Viele Zuhörer stehen noch ganz am Anfang ihrer inneren Reise. Was würdest du ihnen raten?
(14:41)
Lass dich unterstützen. Es geht viel leichter mit jemandem, der ein paar Schritte voraus ist. Such dir eine Gemeinschaft, tausche dich aus, sammle Beispiele. Und dann: Hinsetzen und machen. Wenn du rausfällst, fang wieder an. Ohne Drama.
(15:28)
Gemeinschaft hilft, weil wir uns oft anderen gegenüber verpflichteter fühlen als uns selbst.
(15:53)
Und es geht nicht um Zwang, sondern um Freude. Teilen, sich gegenseitig beruhigen, merken: Ich bin nicht allein.
(16:45)
Abschließend noch eine persönliche Frage: Was war die mutigste Entscheidung deines Lebens?
(16:56)
Ganz klar: der Schritt aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit. Den sicheren Rahmen loszulassen und selbst Verantwortung für mein Business zu übernehmen — das war mutig.
(17:40)
Vielen Dank, dass du da warst. In den Shownotes findest du Möglichkeiten, mit Christine in Kontakt zu treten. Danke für deine Zeit und deine Offenheit.
(18:28)
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(18:53)
Danke dir, liebe Lisa, für das Interview. Ich wünsche allen, die zugehört haben, gute Inspiration. Packt es an — es ist euer Leben. Danke.
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