DeepHeart Talk Podcast Folge 11 - Schuld loslassen: Wie du dich aus innerer Anklage befreist und wieder bei dir ankommst

Folge 11 | 23.12.2025

Schuld loslassen: Wie du dich aus innerer Anklage befreist und wieder bei dir ankommst

Schuld ist eines der stillsten, aber wirksamsten Gefühle, die unser Leben steuern.

Erfahre in dieser Podcastfolge, was Schuld wirklich mit dir macht, gerade weil es so floskelhaft verwendet wird, schadet sie enorm.

Ich spreche darüber,

  • wie Schuld entsteht und warum wir sie so oft verinnerlichen (wir uns damit selbst sabotieren)
  • was Schuld langfristig mit unserem Nervensystem, unserer Selbstwahrnehmung und unseren Beziehungen macht
  • warum echte Verantwortung nichts mit Schuldzuweisung zu tun hat – weder anderen noch uns selbst
  • und wie wir beginnen können, uns innerlich davon zu lösen und wieder mit uns zu verbinden

     

Diese Folge ist für dich,

  • wenn du spürst, dass du dich oft innerlich anklagst
  • wenn du Verantwortung trägst, aber dabei hart zu dir wirst
  • wenn du ahnst, dass Frieden nicht durch „Recht haben“, sondern durch Verbindung entsteht


Wenn du spürst, dass du gerade Raum brauchst, schreib mir, ich melde mich dann persönlich bei dir:
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(00:00)
Willkommen zum DeepHeart Talk, deinem Podcast für mehr innere Ruhe und Balance im Leben.
Hi, ich bin Lisa, zertifizierte Meditationslehrerin, und nehme dich hier mit auf meine Reise. Dich erwarten praktische Impulse, liebevolle Reminder und spannende Interviews, die dir helfen können, dich selbst besser zu verstehen und dein Leben bewusster zu gestalten.

(00:20)
Heute spreche ich über das Thema Schuld. Schuld wird in unserer Gesellschaft sehr floskelhaft verwendet. Und ich möchte dir zeigen, was es innerlich mit dir macht, wenn du dich dauerhaft schuldig fühlst – aber auch, wie du dich davon befreien kannst.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl von Schuld.

(00:40)
Es ist kein lautes oder dramatisches Gefühl. Es ist eher leise, sehr innen, wie ein inneres Ziehen. So ein Gefühl von: Ich hätte es anders machen müssen. Es müsste eigentlich anders sein.
Ein Gedanke, der immer wieder auftaucht.

Und dadurch, dass Schuld gesellschaftlich so floskelhaft benutzt wird – Sätze wie „Vergib dir selbst“, „Lass es los“, „Mach dir keine Vorwürfe“ – bekommt dieses Thema oft viel zu wenig echte Aufmerksamkeit.

(01:09)
Einerseits wird Schuld sehr schnell ausgesprochen, zum Beispiel: „Ich bin ja selbst schuld.“ In diesem Satz steckt unglaublich viel. Andererseits wird dann aber auch genauso schnell gesagt: „Vergib dir halt selbst, dann ist das Thema erledigt.“

Aber was Schuld wirklich innerlich mit uns macht – nicht theoretisch, sondern emotional – darüber spricht kaum jemand. Und genau deshalb möchte ich heute darüber sprechen.

(01:35)
Schuld ist gesellschaftlich etwas völlig Normales. Jemand übernimmt Schuld, gesteht sich Schuld ein oder fühlt sich schuldig – das gilt oft als reif oder verantwortungsvoll.
Aber in Wahrheit wird Schuld selten wirklich gefühlt.

(01:56)
Sie wird gedacht. Und sie läuft wie ein inneres Programm ab:
Ich war nicht gut genug.
Ich habe etwas falsch gemacht.
Ich bin schuld.
Wegen mir ist das passiert.

Dieses Programm kann sich über Jahre hinweg wiederholen. Und wenn man sich lange schuldig fühlt, zieht einen diese Schuld nach innen – aber nicht zu sich selbst, sondern in eine innere Anklage.

(02:17)
Diese innere Stimme wird immer lauter. Und viele Menschen – mich eingeschlossen, vielleicht kennst du das auch – merken irgendwann gar nicht mehr, wie angespannt sie innerlich sind, weil Schuld permanent im Hintergrund läuft.

Zum Beispiel denkst du an eine vergangene Entscheidung:
eine Beziehung, die nicht funktioniert hat,
ein Nein, das du nicht ausgesprochen hast,
ein Ja, das sich im Nachhinein falsch angefühlt hat.

(02:36)
Und sofort kommt der Gedanke: Wenn ich damals anders gewesen wäre, hätte ich anders gehandelt.
So hält Schuld dich in der Vergangenheit fest. Sie bindet deine Energie. Und dadurch macht sie dich klein.

Schuld trennt dich innerlich von dir selbst. Sie zieht dich nach innen – aber nicht zu deiner Intuition.

(03:03)
Schuld ist kein neutrales Gefühl. Sie ist innerer Druck. Sie ist emotional aufgeladen.
Und viele Menschen leben mit einer permanent leicht angezogenen Handbremse – oft, weil sie es gar nicht anders kennen.

(03:26)
Vielleicht haben sie jahrelang gehört, dass sie an etwas schuld sind.
Als Kinder übernehmen wir sehr schnell Schuld, wenn Erwachsene sich streiten. Wir denken dann: Ich bin schuld daran.

Oder früher, wenn Eltern nicht genug Geld hatten oder Hunger erlebt haben, konnte Schuld auch auf Kinder übergehen: Jetzt gibt es noch weniger zu essen, weil ich da bin.

(03:53)
Das sind alles Programme, die wir mitnehmen – und von denen wir uns befreien dürfen.

Oft wird Schuld auch verwechselt mit: Ich bin faul, ich bin falsch, ich bin blockiert.
Und dein System glaubt dann, es müsse ständig etwas wiedergutmachen.

(04:20)
Man entschuldigt sich übermäßig, übernimmt Aufgaben, die man eigentlich nicht machen möchte. Und dadurch bleibt das Nervensystem in permanenter Anspannung.

Es denkt:
Ich darf mich nicht entspannen.
Ich darf keinen Fehler machen.
Ich darf nicht glücklich sein.
Ich habe mir das nicht verdient.

(04:42)
Das läuft so unbewusst ab, dass wir es kaum kontrollieren können. Und so geraten wir immer wieder in diese Schuldfalle und sabotieren uns selbst.

Ich habe letztens etwas sehr Schönes in einem Buch gelesen. Das möchte ich jetzt vorlesen – bewusst langsam, damit es wirken kann:

(05:09)
Die Verantwortung für alles in unserem Leben zu übernehmen bedeutet auch, niemanden und nichts für das zu beschuldigen, was passiert ist. Und es bedeutet, uns selbst keine Schuld zu geben. Schuldzuweisungen sind nur ein weiteres Wiederholungsprogramm in unserem Kopf. Das wahre Ich beschuldigt niemals. Das tut nur der Verstand.

(05:38)
Wenn man Verantwortung und Schuld vergleicht, erkennt man einen großen Unterschied.
Verantwortung ist klar, ruhig, nüchtern.
Schuld ist emotional aufgeladen, wertend und an der Vergangenheit festhaltend.

Egal, ob Schuld von außen kommt oder von innen – sie ist ein Wiederholungsprogramm des Verstandes.

(06:00)
Und dieser Satz ist für mich besonders wichtig:
Das wahre Ich beschuldigt niemals. Das tut nur der Verstand.

Das zeigt, dass wir mehr sind als unser Verstand, mehr als unser Ego. In uns gibt es ein wahres Ich, das voller Liebe ist, das nicht beschuldigt, nicht bewertet, nicht vergleicht, nicht einordnet in richtig oder falsch.

(06:24)
Das erkennt man auch in östlicher Philosophie oder bei Mönchen. Dort kommt immer wieder die gleiche Erkenntnis:
Der Verstand beschuldigt. Der Verstand kategorisiert. Der Verstand steckt Menschen in Schubladen.

Wenn man mehr mit seinem wahren Ich verbunden ist, nimmt man vieles nicht mehr so extrem wahr – und erkennt auch bei sich selbst schneller: Ah, ich beschuldige mich gerade.

(06:55)
Und wenn man auf die eigene Vergangenheit schaut, zum Beispiel auf Situationen, in denen Eltern einen beschuldigt haben, erkennt man irgendwann: Sie haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Sie wussten es nicht besser.

(07:27)
Das ist hart – vor allem, wenn jemand verletzt wurde, emotional oder körperlich. Für den Verstand ist es schwer zu akzeptieren, dass jemand es nicht besser wusste.

Aber genau hier beginnt Vergebung. Nicht als Ausrede, sondern als Verständnis dafür, dass jemand aus Unsicherheit, aus innerem Druck heraus gehandelt hat.

(08:01)
Wenn wir das aus der Perspektive unseres wahren Ichs betrachten, bekommt Schuld eine andere Bedeutung. Und wir können abschließen.

Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können verändern, wie wir heute damit umgehen.

(08:25)
Denn wenn wir in Schuld leben – gegenüber uns selbst oder anderen – können wir nicht frei und glücklich sein. Wir nehmen uns unser Glück selbst.

Der Verstand sagt dann: Aber diese Person hatte doch kein Recht dazu.
Nein, hatte sie auch nicht. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, wie du heute damit umgehst.

(08:46)
Und jetzt möchte ich noch darauf eingehen, wie wir beginnen können, uns von Schuld zu lösen.

Es geht nicht darum, Schuld zu verdrängen, positiv zu überdecken oder die Vergangenheit auszuradieren. Es geht darum, loszulassen – liebevoll, sanft, nicht durch Wegdrücken.

(09:14)
Denn alles, was wir wegdrücken, kommt wieder hoch. Wie im Wasser: Du kannst etwas unterdrücken, aber es taucht wieder auf.

Der erste Schritt ist Wahrnehmung. Zu bemerken: Ah, da ist gerade Schuld.
Ohne Kampf. Ohne zu denken: Das darf nicht sein.

(09:36)
Du kannst innerlich einen Schritt zurücktreten und dieses Gefühl beobachten:
Interessant. Da ist etwas. Es will mir etwas zeigen.

(09:59)
Auch bei zukünftigen Entscheidungen:
Wenn sich etwas später nicht mehr richtig anfühlt, sagt der Verstand:
Du hättest es besser wissen müssen.

Dein wahres Ich sagt:
Ich habe mit dem gehandelt, was mir damals zur Verfügung stand.

(10:54)
Das ist ein riesiger Unterschied. Du verurteilst dich nicht für etwas, das du nicht wissen konntest.

So kannst du Schuld loslassen – und auch zukünftiger Schuld vorbeugen.

(11:15)
Es geht um alte Schuld aus der Vergangenheit, aber auch um neue Situationen. Und immer geht es darum, liebevoll mit dir selbst zu sein.

Am besten gelingt das, wenn wir uns wieder mit uns selbst verbinden. Denn das wahre Ich kennt keine Schuld – nur der Verstand.

(11:36)
Heilung geschieht nicht durch Analysieren oder Verurteilen, sondern durch ehrliches Hinschauen, durch Fühlen, durch Dasein mit dem, was ist – ohne Bewertung.

(12:07)
Das passt auch zu dem, was ich aktuell mache. Ich arbeite eins zu eins mit Menschen – nicht, um etwas zu fixen oder zu reparieren, sondern um Raum zu öffnen für das, was gesehen werden möchte.

(12:26)
Wenn dich das anspricht und du spürst, dass du gerade Raum brauchst, schreib mir gerne. Über Instagram oder per E-Mail. Ich melde mich bei dir.

Ansonsten wünsche ich dir schöne Weihnachten.
Das ist die letzte Folge vor Weihnachten – wir hören uns danach wieder.

(12:45)
Hab eine schöne Zeit und bis bald.

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