Folge 6 | 16.12.2025
Warum dich ständiges Positivsein innerlich von dir trennt
Was passiert wirklich, wenn du dir nur positive Gefühle erlaubst?
In dieser Folge spreche ich darüber, warum der „Positive Vibes Only“-Lifestyle schädlich für dein Nervensystem, deine emotionale Gesundheit und deine innere Balance sein kann.
Dich erwartet in dieser Episode:
- Warum dein inneres System blockiert ist und wie du wieder ins Gleichgewicht kommst
- Eine einfache Erklärung, warum Gefühle immer aus Gedanken entstehen – und wie du das nutzen kannst
- Was Wohlfühlen wirklich bedeutet (und warum Dauer-Positivität nicht funktioniert)
- Praktische Tipps, wie du nachhaltig glücklich und erfüllt bist
Diese Folge ist für dich, wenn du:
- dich selbst besser verstehen möchtest
- innere Ruhe suchst, ohne dich zu verbiegen
- spürst, dass „immer positiv sein“ dich eher müde als frei macht
Mein Geschenk an dich:
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Transkript
(00:01)
Willkommen zum DeepHeart Talk, deinem Podcast für mehr innere Ruhe und Balance im Leben. Hi, ich bin Lisa, zertifizierte Meditationslehrerin, und nehme dich hier mit auf meine Reise. Dich erwarten praktische Impulse, liebevolle Reminder und spannende Interviews, die dir helfen können, dich selbst besser zu verstehen und dein Leben bewusster zu gestalten.
(00:21)
Heute spreche ich über etwas, das auf den ersten Blick unglaublich positiv klingt, langfristig aber sehr schädlich für dich sein kann. Es geht um den Lifestyle Positive Vibes Only. Vielleicht kennst du das oder lebst sogar danach und denkst: Das ist doch gut, immer positiv zu denken, das wird uns doch überall empfohlen. Und ja, es fühlt sich erstmal gut an.
Aber es gibt etwas dahinter, das viele Menschen innerlich langsam leer macht.
(00:58)
Am Ende dieser Folge wirst du verstehen, was es mit dir macht, wenn du nur positive Gedanken zulässt, dich innerlich aber ganz anders fühlst. Vielleicht ist genau das der Grund, warum du den Kontakt zu dir selbst verloren hast. Ich sehe das sehr oft, gerade in der spirituellen Welt: Menschen meditieren, reflektieren, arbeiten viel an sich und kämpfen trotzdem innerlich.
(01:27)
Das liegt nicht daran, dass sie zu negativ sind, sondern daran, dass sie glauben, bestimmte Gefühle nicht haben zu dürfen. Positive Vibes Only bedeutet dann: Traurigkeit, Wut, Erschöpfung, Angst — das passt nicht ins Bild. Alles soll high vibration sein, alles gut, alles positiv. Also wird gelächelt, weitergemacht und nichts davon wirklich angeschaut.
(01:46)
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem. Lass uns deshalb zuerst über Gefühle sprechen und darüber, was Gefühle wirklich sind. Denn wenn du das einmal verstanden hast, verändert sich sehr viel.
(02:10)
Gefühle sind nichts Mystisches, nichts Unkontrollierbares und nichts, wovor du Angst haben musst. Gefühle entstehen immer durch Gedanken — sowohl positive als auch negative. Erst kommt der Gedanke, dann das Gefühl, nicht umgekehrt. Wenn du das verstehst, verlieren Gefühle viel von ihrer Macht über dich.
(02:36)
Du fühlst dich dann nicht mehr von ihnen überrumpelt. Nicht, weil du sie wegdrückst, sondern weil du durch sie hindurchschauen kannst. Du lernst sie zu verstehen. Viele Menschen glauben, sie müssten ihre Gefühle besser kontrollieren oder stärker sein. Aber in Wahrheit fehlt oft einfach das Verständnis dafür, was Gefühle überhaupt sind.
(03:00)
Dazu gehört auch das Thema Wohlfühlen. Wohlfühlen bedeutet nicht, dauerhaft euphorisch zu sein, als würdest du permanent kurz vor einer Urlaubsreise stehen. Es bedeutet auch nicht, ständig gut drauf zu sein.
(03:23)
Wohlfühlen bedeutet innere Ruhe. Stell dir vor, du sitzt abends auf deiner Couch, blickst auf den Tag zurück und denkst: Das war ein guter Tag. Ein tiefes, entspanntes Gefühl. Nicht dieses aufgedrehte Hochgefühl, das du ohnehin nicht lange halten kannst und das extrem viel Energie kostet.
(04:04)
Oder dieses Gefühl nach dem Sport, wenn du geduscht hast, dich hinsetzt und plötzlich inneren Frieden, Erleichterung und Zufriedenheit spürst. All diese Momente haben etwas gemeinsam: Bevor du dich so fühlen konntest, hast du unangenehme Gefühle losgelassen.
(04:29)
Gute Gefühle entstehen nicht, weil wir schlechte vermeiden, sondern weil wir sie durchlassen. Gefühle wegzudrücken oder sie mit Positive Vibes Only zu überdecken, funktioniert nicht.
(04:47)
Ein wichtiger Punkt, den ich selbst lange nicht verstanden habe: Gefühle wollen weder bearbeitet, wegmeditiert noch weggedacht werden. Sie wollen einfach gefühlt werden. Ohne Drama, ohne Geschichte, ohne Bewertung.
(05:02)
Ich vergleiche das gerne mit einer Yogamatte. Wenn sie ausgerollt ist, können Gefühle kommen und gehen. Was wir aber oft machen — bei negativen wie auch bei positiven Gefühlen — ist, dass wir sie unterdrücken oder festhalten wollen.
(05:26)
Stell dir vor, du rollst die Yogamatte zusammen. Der Schmutz von der Unterseite klebt plötzlich oben. Genau so ist es mit Gefühlen: Wenn du sie nicht durchlässt, bleiben sie haften und tauchen später wieder auf — oft stärker als zuvor.
(06:25)
Dann wunderst du dich, warum du plötzlich Angst oder Unruhe spürst, ohne einen klaren Grund. In Wahrheit hast du diese Gefühle lange unterdrückt, vielleicht weil du funktionieren musstest oder sie dir Angst gemacht haben.
(06:51)
Gefühle lassen sich nicht verdrängen. Sie verschwinden nicht. Sie warten. Und wenn sie zurückkommen, dann oft intensiver.
(07:11)
Viele Menschen versuchen dann, Dampf abzulassen, zum Beispiel durch Wutausbrüche oder starke emotionale Reaktionen. Das senkt kurzfristig den Druck, löst das Gefühl aber nicht wirklich.
(07:36)
Es ist wie ein Ventil, das kurz geöffnet und sofort wieder geschlossen wird. Man fühlt sich danach vielleicht leichter, aber auch erschöpft. Der Kern des Gefühls bleibt bestehen.
(07:59)
Die Lösung ist weder Unterdrückung noch Ausleben. Die Lösung heißt: bewusstes Daseinlassen. Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend.
(08:21)
Wenn ein unangenehmes Gefühl auftaucht, stell dir innerlich die Frage: Bin ich dieses Gefühl oder bin ich der, der es wahrnimmt? In diesem Moment entsteht Abstand.
(08:44)
Du bist nicht traurig — Traurigkeit ist da. Du bist nicht wütend — Wut ist da. Gefühle sind Energie, und Energie will fließen. Wenn du aufhörst, dich dagegen zu stemmen, können sie durch dich hindurchgehen.
(09:20)
Das bedeutet nicht, dass du Gefühle ignorierst. Du nimmst sie wahr, ohne sie zu bewerten, ohne sie festzuhalten oder zu unterdrücken. Du erkennst: Das Gefühl ist da, aber ich bin es nicht.
(09:42)
Das klingt für viele paradox. Wir glauben, wir seien unsere Gefühle, unser Verstand, unser Ego. Aber das stimmt nicht. Dein wahres Ich ist einfach da. Und wenn du das verstehst, erkennst du, dass Gefühle Zustände sind, die kommen und gehen dürfen.
(10:02)
Stell dir zwei Hände vor, die gegeneinander drücken. Sobald eine aufhört zu drücken, fallen beide ganz von selbst nach unten. Genau so ist es mit negativen Gefühlen.
(10:20)
Negative Gefühle sind eine Momentaufnahme. Sie sind nicht die Wahrheit über dich. Dein Verstand macht sie oft größer, als sie sind.
(10:47)
Vielleicht hast du dir lange eingeredet, ein ängstlicher Mensch zu sein. Wenn wir uns etwas lange genug erzählen, glauben wir es irgendwann. Aber wer sagt, dass das stimmt?
(11:08)
Dieses Bewusstsein verändert deine Denkweise. Du beginnst, dich selbst zu hinterfragen. Und das ist entscheidend, denn genauso wie wir uns negative Dinge einprägen können, können wir auch neue, stimmigere Perspektiven entwickeln.
(11:44)
Das funktioniert aber nicht durch Überdecken oder zwanghaft positives Denken. Es funktioniert, indem du alles wahrnimmst — auch das Unangenehme — und es dann loslässt.
(12:10)
Manchmal geht das schnell, manchmal dauert es. Und plötzlich merkst du: Das Gefühl ist weg. Nicht, weil du es bekämpft hast, sondern weil du es losgelassen hast.
(12:38)
Natürlich kommen immer wieder neue Gefühle. Das ist nichts Negatives. Sie kommen, weil du bereit bist, sie gehen zu lassen.
(12:55)
Du kannst sie sogar innerlich willkommen heißen. Denn wo kein Widerstand ist, dort entsteht Annahme. Und was angenommen wird, darf gehen.
(13:13)
Das erfordert Beobachtung, Achtsamkeit und Übung. Mit der Zeit geschieht es immer automatischer und du kommst deinem wahren Ich näher.
(13:48)
Meditation hilft uns, diese Gefühle wahrzunehmen und unserer inneren Stimme zuzuhören — nicht der Positive Vibes Only-Stimme, sondern auch den leisen, unbequemen Anteilen.
(14:18)
Meditation bedeutet nicht, Gefühle loswerden zu wollen, sondern Raum für sie zu schaffen, damit sie gehen können. Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie das funktioniert, findest du auf meiner Website passende Impulse und Meditationen. Den Link dazu findest du in den Shownotes.
(14:40)
Danke, dass du diese Folge angehört hast. Schön, dass du hier bist. Wir hören uns in der nächsten Folge wieder.
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